Der Japan Kumamoto Kamaguri-Cha gehört zur seltenen Seite seiner Präfektur: In Kumamoto, mitten auf Kyushu, liefert nahezu jedes Teegebiet gedämpften Tee, während der geröstete Kamairi-Cha die Spezialität einiger weniger Gebiete bleibt. Sein Name erzählt das Verfahren: kama ist der Kessel, guri das gekrümmte Blatt, das darin entsteht. Nach kurzem Anwelken legt trockene Hitze statt Dampf die Enzyme des Blatts still; geröstet wird dabei das frische Blatt, nicht der fertige Tee wie beim Hojicha.
Nach dem Rösten folgen Rollen und Trocknen, das Trocknen wieder im Kessel unter Rühren. Weil der Arbeitsgang fehlt, der einen Sencha zur geraden Nadel auszieht, behält das Blatt seine Krümmung, gebogen wie ein Komma. Kumamoto und Miyazaki bilden dabei eine eigene Schule des Verfahrens, die ihr Blatt traditionell in einem kleineren, waagerecht eingebauten Kessel röstet, während die Gebiete auf Saga und Nagasaki mit einem großen, schräg gestellten Kessel arbeiten.
Einen Blattgrad, wie ihn Schwarztees aus Indien oder Ceylon mit Kürzeln wie OP oder BOP tragen, führt japanischer Grüntee nicht. Seine Ordnung entsteht erst in der Veredelung: Sie zerlegt den Rohtee des Erzeugers in den blattbetonten Haupttee und in Nebenfraktionen aus Stängeln, feinem Bruch und Knospen, benannt nach Pflanzenteil und Form, nicht nach Güte. Die Krümmung dieses Blatts verrät darum den Kessel, keine Sortierstufe.
Die Röstung gibt dem Tee den Duft, der in Japan kamaka heißt, Kesselduft. Beim Aufbrühen steigt ein volles, konzentriertes Röstaroma auf, das an die Süße frischer Milch erinnert, anders als das frische Aroma gedämpfter Tees; die Tasse färbt sich dabei goldgelb-braun.
Auf 450 ml Wasser von 80 °C kommt ein Teelöffel Blatt (ca. 5 g). Nach 60 Sekunden ist der erste Aufguss fertig. Der zweite Aufguss benötigt nur noch ca. 5 Sekunden Ziehzeit. Ein dritter Aufguss gelingt auch noch.
Kumamoto Japan
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